08 Alpe Monzabon

Buramänta heißen die neugierigsten unter den Tieren, die Murmeltiere, im lokalen Dialekt. Viele von ihnen haben sich an den Hängen der Alpe Monzabon angesiedelt, um eine wichtige Erhebung durchzuführen – sie sind beauftragt, die Menschen in Höhenlagen zu beobachten. Oft sieht man sie erstaunt über die Blindheit der Wanderer und Hirten, die achtlos und unwissend an den schillerndsten Erscheinungen der Zwischenwelt vorbeigehen. Sie schütteln verständnislos den Kopf über die Naivität, mit der die Einfältigen durchaus mächtigen Wesen gegenüberstehen und sich unbeobachtet glauben. Ausgerechnet dann fällt ihnen etwa ein, ihren Müll wegzuwerfen oder ihre dampfenden Wanderschuhe auszuziehen, um ihre nicht gerade frischen Füße direkt vor den Augen einer bereits böse blickenden Wasserhexe ins kühlende Nass zu strecken – nicht ahnend in welcher Gesellschaft sie sich fast überall befinden. Natürlich geschieht selten etwas Erwähnenswertes, denn die meisten dieser Wesen sind geduldig und finden die Besucher höchstens lästig. Nur einige der Menschen übertreiben es und dann passiert etwas, was später als harmloser Unfall, als eigenes Ungeschick oder auch als „irgendwie seltsam“ erklärt wird. Die Buramänta verschwinden dann jammernd in ihrem verzweigten Tunnelsystem, um Bericht zu erstatten – sie dürfen nämlich nicht eingreifen, das ist Forschungstruppen seit jeher untersagt, denn damit würde das Ergebnis der Untersuchungen verfälscht. Aber manchmal halten sie es kaum aus und flüchten jammernd in die Tiefe – oder sie bleiben gebannt und nur unzureichend hinter dem Hügel verdeckt stehen, um jedes Detail mitzuverfolgen. Die Menschen sind dann entzückt über die niedlichen Murmeltiere, die so großes Interesse an ihnen zeigen – und treten dem nächsten Kobold achtlos auf die Füße.

>> Zur Karte
>> Alle Tipps anzeigen