14 Ausgangspunkt Zürs

Wirbelstürme spielen hierzulande keine große Rolle. Ihre Urheber bewohnen eigentlich eher den Horizont über der Karibik und den USA – aber wenn es unter ihnen zu Clanstreitigkeiten kommt, wird es dort eng und es kann schon mal vorkommen, dass einer ihrer Familienmitglieder ins weit entlegene Ausland geschickt wird. Einer dieser sehr mächtigen Clanlords wohnt seit kurzem in Zürs. Für das menschliche Zeitmass dauert sein Aufenthalt bereits eine Ewigkeit, aber das ist immer eine Frage von Lebenserwartung und Wahrnehmungslinie. Jedenfalls, dieser Abkömmling einer mächtigen Familie hat die strikte Anweisung, sich ruhig zu verhalten und Aufsehen zu vermeiden, je mehr Wirbel er in der Pfurra und der Gegend von Zürs verursacht umso länger muss er im Exil bleiben. Es gelingt ihm vorbildlich, von  gelegentlichen Zwischenfällen abgesehen, in denen schon mal eine ganze Herde über den Zaun fliegt oder ein Mann mit seiner Tochter von Zürs bis nach Lech gefegt wird, ist es verhältnismäßig sehr ruhig. Trotzdem hoffen die Leute von Zürs, dass dieser Gast bald für immer abreisen möge, denn was er und seinesgleichen als nicht erwähnenswert erachten, empfinden sie als grobe Störung. Sollte ihnen je ein Tourist im Kreiselwind abhanden kommen, dürfte dies eine veritable Imagekrise zur Folge haben – aber Pläne für diesen Ernstfall liegen bereits fertig ausgearbeitet im Tourismusbüro unter Verschluss.

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