26 Ausgangspunkt Zug

Dass die kleine Ortschaft Zug auf direktem Weg zum Tanzplatz des Nachtvolks liegt, mag die armen Leute oft gepeinigt haben. Einmal allerdings war das Völklein gut gelaunt und menschenfreundlich gestimmt, sie machten Halt bei einem Bauern und entzündeten ein Lagerfeuer vor seinem Stall. Zu seinem Entsetzen führten sie seine schönste Kuh aus dem Stall und schlachteten sie, zogen ihr das Fell sorgfältig ab und brieten wunderbare Keulen – ein Festschmaus, den die seltsamen Wesen mit den Kindern des armen Bauern teilten, die noch nie so köstlich und ausreichend gegessen hatten. Das Nachtvolk aber legte großen  Wert darauf, dass kein Knöchlein zerbrach oder verloren ging. Der Bauer jammerte und klagte, der Verlust seiner besten Kuh war ein großes Unglück und er wusste nicht, wie er jetzt den strengen Winter  überstehen sollte. Das Nachtvolk lachte nur und spielte und tanzte und feierte die ganze Nacht. Bevor sie im Morgengrauen verschwanden, sammelten sie alle Knochen ein. Einer fehlte und alles suchte eifrig nach dem fehlenden Stück. Schließlich stand die Sonne schon im Begriff, über dem Bergkamm aufzugehen und das Nachtvolk wurde hektisch – sieseufzten, dass die Kuh eben hinkend bleiben müsse und wickelten in aller Eile die Knochen ins Fell. Dann verschwanden sie. Im nächsten Augenblick stand die Kuh in ihrem Stall und zog danach Zeit ihres Lebens ein Bein nach.

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