19 Die Gletscherstadt am Madloch

Die Wollgraswiese liegt malerisch vor den Geröllhalden des alten Gletscherausläufers. Als der majestätische Gletscher noch in eisiger Größe in den Himmel ragte, befand sich an diesem Ausläufer der Eingang zu einer heute verschütteten Stadt. Ihre BewohnerInnen hatten die wahre Hochkultur einer friedlichenGesellschaft erschaffen, indem sie sich durch bedingungslose Askese und Meditation von den irdischen Bedürfnissen lösten. Als sie soweit waren, ohne Nahrung und Wärme auch in unwirtlichsten Eishöhlen zu leben, zogen sie sich zurück in die Tiefe des Gletschers und erbauten eine prachtvolle Stadt aus Eis und Licht. Unbehelligt von Gier und Existenznöten lebten sie im Verborgenen und wirkten als Schutzgeister für die Menschen in ihrer Nähe. Allein, die Natur hatte andere Pläne, der Gletscher schmolz und begrub unter seinen rutschenden Hängen auch die Stadt in seinem Inneren. Die luftigen Wesen machten sich auf die Suche nach einer neuen Unterkunft und wanderten, wie man hört, bis nach Tibet. Nicht lange danach wurde das Dach der Welt berühmt als friedliche Bastion inmitten von Kriegswirren und Not. Auch die Meditationstechniken, die jetzt allmählich vom Osten wieder zurück in den Westen kommen, entstammen der Kultur, die einst am Madloch entstand. Aber das ist alles lange her – nur die Überreste der prächtigen Gletscherstadt schimmern an hellen Tagen noch durch das Gestein.

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