18 Die Pforte

Der Weg führt weiter auf eine kleine Anhöhe, hinter der sich ein zauberhaftes, weites Wollgrasfeld erstreckt. Je nach Witterung plätschern auch hübsche Bachläufe durch die alte Gletschermulde. So idyllisch der Ort auch aussehen mag, er ist bewohnt von kleinen, aber sehr mächtigen Wesen, mit denen nicht zu spaßen ist. Sie schätzen es, wenn die Passanten sich zurückhaltend benehmen und nicht zu lange verweilen. Es macht daher durchaus Sinn, sich dem Feld in gebückter Haltung zu nähern. Dazu eignet sich der stillgelegte Tunnel, der vor langer Zeit erbaut wurde – niemand weiß weshalb und von wem. Die Kobolde bewohnen nicht nur diese Wiese, sie haben ein verzweigtes Tunnelsystem in der Erde angelegt und bewegen sich vollkommen ungehindert von Schwerkraft und ähnlichen irdischen Gesetzen auf der Oberfläche oder auch unter ihr – oder eben zur Hälfe in und zur Hälfe außerhalb des Erdreichs. Sie fliegen auch gerne in der Luft herum, sind dabei aber so wendig und schnell, dass sie kaum jemand entdeckt. Sie ahmen seltsame Tierlaute oder bekannte Vogelrufe nach und amüsieren sich dann über die suchenden Blicke der Wanderer, die sich nach dem Tier umsehen. Bei all dem Schabernack sollte man aber nicht vergessen, dass die kleinen Kerle auch sehr unfreundlich werden können, vor allem wenn man ihnen zu nahe kommt. Sie sind immer mit wichtigen und sehr geheimen Angelegenheiten beschäftigt, also rasch weitergehen und höchstens noch einen schnellen Blick auf die geheimnisvolle Pforte werfen, die vor langer Zeit den Bezirk der alten Gletscherstadt markierte.

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