34 Irrlicht am Omeshorn

In seinem Schatten und unter seinem Schutz liegen die Ortschaften Lech, Zürs und Zug, wie auch das gesamte Wandergebiet des Grünen Rings. Das Omeshorn ist sicher die wichtigste Erscheinung an diesem zauberhaften Ort, still und unauffällig ruht es in seiner Mitte, bewegungslos für das menschliche Auge, aber da darf man sich nicht täuschen. Selbstverständlich sind Berge, Flüsse und auch Täler selbst Lebewesen. Sie sind von anderer Art, aber nichtsdestotrotz kommunizieren sie und verrichten selbstlos ihre Aufgabe. Sie machen nicht so viel Wirbel wie einige der erwähnten Elementarwesen, die dann für Sagen und Gerüchte gut sind – sie wollen auch nicht groß ins Gerede kommen. Aber eines muss doch noch erwähnt werden – das hübsche Irrlicht am Omeshorn, das häufig für einen Butz gehalten und auch gefürchtet wird, ist in Wirklichkeit ein freundliches Zeichen des Bergs. Er hasst es, wenn sich Menschen in der Dunkelheit verirren und nicht mehr nach Hause finden. Herumirrende, verzweifelte Leute sind ihm ein Greuel. Es ist ganz einfach – wer um Licht bittet, dem leuchtet der Berg nach Haus. Nur die Menschen haben noch immer nicht gelernt, dankbar und schweigend zu ihresgleichen zurückzukehren, sondern machen danach viel Getue um den rätselhaften Butz am Omeshorn.  Aber ein Berg ärgert sich nicht, er schweigt – und leuchtet wieder, wenn es nötig ist.

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