27 Kritzeleien im Sagenwald

Das Zuger Nachtvolk pflegt sich meist an eben diesem Wasserfall zu sammeln, um erst die besonderen Kräfte, die an solchen Orten herrschen, zu beschwören. Sie sind ein hemmungsloser Verband von genusssüchtigen Wesen aus unterschiedlichen Welten – was sie vereint, ist ihr Partyhunger. Alle bringen berauschende Substanzen mit und probieren die geheimen Mittel anderer Wesen, was nicht selten zu seltsamen und auch bedauerlichen Exzessen führt. Ihr eigentliches Ziel ist meist die Balmalp, denn dort findet sich ein geschützter Felsvorsprung, groß genug für eine Ansammlung von tanzenden und – es sei hier erwähnt – auch kopulierenden Partybesuchern. Der Weg führt sie also zurück nach Zug und durch den Ort und dann im Zickzack durch den Wald. Die Leute von Zug sind es gewohnt und verschließen des Nachts Fensterläden und Türen, hoffend, dass der Zug sie unbehelligt lässt. So geht das seit Generationen. Was über das Nachtvolk berichtet wird, ist leider nicht jugendfrei. Obwohl – etwas Kindliches haben sie doch an sich, denn auf dem Weg durch den Wald haben Generationen von Nachtvolkwesen, Kindern gleich, ihre Spuren und Kritzeleien an Baumstämmen und Wurzelstöcken hinterlassen. Man mag bedenken, dass sie sicher schon berauscht und nicht mehr ganz bei Sinnen waren, wundert sich dann aber doch angesichts der seltsamen ins Holz geschnitzten und geritzten Figuren und Zeichen über das kindliche Gemüt der sonst nicht gerade zimperlichen Rabauken.

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