35 Und noch einmal Lech

In den Jahren zwischen 1850 bis 1900 gab es eine kleine Eiszeit. Damals war die Ortschaft so abgeschnitten, dass die meisten Bewohner ins Land hinunter zogen, um dort Arbeit zu finden. Nur noch 300 Leute blieben in Lech. Der Bau der neuen Straße war entscheidend für das Überleben und das wirtschaftliche Wachstum dieses Ortes. Aber das ist eine andere Geschichte – jetzt geht es noch um eine alte Prophezeiung, die den Kirchturm von Lech betrifft. Aus ihm sollen einst Füchse aus den Schalllöchern des Glockenturms ein- und ausspringen, wenn nämlich der Gletscher wieder weit ins Tal hinein ragt und den Tannberg mit Eis überzieht. Dann wird sich die Erde wieder eine kleine Ruhepause gönnen, die Fieberschübe des Kapitalismus hinter sich lassen und die Umtriebigkeit ihrer Bewohner bremsen. Auch wenn eine neue kleine Eiszeit aus heutiger Sicht wenig wünschenswert erscheinen mag, die meisten der Elementarwesen setzen all ihre Zauberkräfte ein, um sie zu ermöglichen. Sie wissen, dass es diese Ruhephasen braucht und achten nicht auf eventuelle Verluste – da die Zwischenwelt belebter ist als unsere sichtbare Welt, macht sich niemand Gedanken um den Tod oder um die Zukunft eines einzigen Individuums. Aus ihrer Sicht ist das ein sehr eingeschränktes Denken, das nicht zählt. Leider gibt die Prophezeiung keine Jahreszahl an, also machen die Menschen einfach weiter wie bisher und denken inzwischen an etwas anderes.

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